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Verhaltensentwicklung von Hunden im Welpenalter


Hundebabys wollen beschäftigt werden
Blindenführhundeschule Allschwil: Neuste Erkenntnisse in der Verhaltensentwicklung von Hunden im Welpenalter: Hunde lernen schon sehr früh

Bei der Frühförderung von Welpen ist die Blindenführhundeschule Allschwil BL weltweit führend. Neuste Erkenntnisse hat sie jetzt an einem internationalen Seminar präsentiert.

Bereits von Geburt an sind Welpen lernfähig. Sofort beginnen sie mit allen Sinnen Signale aus der Mitwelt aufzunehmen, im Gehirn zu speichern und in der Praxis umzusetzen. Das haben langjährige Versuche an der Labrador-Zucht der Blindenführhundeschule in Allschwil BL erwiesen. Durchgeführt wurden sie von den bekannten Verhaltenskynologen Heinz Weidt und Dina Berlowitz. Die erstaunlichen Ergebnisse wurden jetzt an einem einwöchigen internationalen Seminar in Allschwil präsentiert. Teilnehmende waren Ausbildungsleiter von Blindenführhunden u.a. aus Australien, Neuseeland, Tasmanien, England, Holland und den USA.

Der Hund ist wie der Mensch ein Lernlebewesen. Sein Verhalten entwickelt sich aus dem Zusammenspiel von Mitwelt und Veranlagung. Er lernt sehr früh, sich an die aktuellen Verhältnisse der Mitwelt anzupassen, wie die Versuche des Forscherehepaars Weidt und Berlowitz dokumentieren.

Schon Welpen, die erst wenige Wochen alt sind, suchen im Lernlabyrinth den richtigen Weg. Immer wieder wollen sie dieses "Spiel" von vorn beginnen und haben am erfolgreichen Bewältigen ihrer Aufgabe sichtlich Freude. Sie lernen dabei, dass der kürzeste Weg nicht immer der richtige ist: eine Erfahrung, die für angehende Blindenführhunde wichtig ist.

Ein anderes Beispiel: Von Natur aus schaut der Hund - seiner Nase folgend - geradeaus nach vorn oder nach unten zum Boden. Die Verhaltensforscher entwickelten darum raffinierte Tricks, welche die Hunde freiwillig dazu bringen, ihr Blickfeld nach oben zu erweitern.

Bereits in der Welpenbox werden im oberen Sichtbereich optische und akustische Signale platziert, so dass die Hunde-Babys den Blick immer wieder nach oben richten. So geförderte Hunde beobachten Flugzeuge und Vögel, was sonst nicht der Fall ist. "Für die Blindenhundeschule bedeutet das, dass die Welpen die höchst heikle Aufgabe des Erkennens von Höhenhindernissen heute spielerisch und viel schneller lernen", erklären die Verhaltenskynologen.

Die an der Blindenhundeschule Allschwil gewonnenen Erkenntnisse sind für jede Art von Hundehaltung bedeutsam: Hunde entwickeln sich schon sehr früh je nach den Verhältnissen der Mitwelt, viel weniger als bisher angenommen aufgrund ihres genetischen Erbes. 

Stiftung Schweizer Schule für Blindenführhunde Allschwil

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